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Juni 2013: Einzelheiten in Körperverletzungsfällen

High Court Richter Gerard Hogan hat am 28.03.2013 präzisiert, welche Einzelheiten in einem Körperverletzungsfall der Beklagte vom Kläger verlangen darf.

Im Fall Agnes Armstrong-v-Sean Moffatt and Thomas Moffatt trading as Ballina Medical Centre and Maura Irwin hat das Gericht die Richtlinien festgelegt, über welche Einzelheiten ein Beklagter vernünftigerweise Auskunft vom Kläger erhalten kann.

Absatz 11 des Civil Liability and Courts Act 2004 legt grundsätzlich das Maβ an Informationen dar, welche nachgefragt werden können. Dieses Gesetz hat die allgemeinen Prinzipien bezüglich der Erteilung von detaillierten Auskünften nicht verändert. Allerdings legt es fest, dass nunmehr nur noch Nachfragen, welche für den vorliegenden Einzelfall relevant sind, erlaubt sind. Informationen, die bereits in der ursprünglichen Klageschrift vorhanden sind können nicht nochmals verlangt werden. Lediglich Einzelheiten, die bisher nicht angegeben und die für den Einzelfall entscheidend sind können gefordert werden. Das Gericht ist der Ansicht, dass wenn eine zivilrechtliche Körperverletzungsangelegenheit von Anfang an richtig vorgebracht wird, das Erfordernis des Ersuchens um weitere Auskunft, wie es in den vergangenen Jahren üblich geworden ist, nicht vorhanden sein sollte.

Das Gericht bestimmte einige Detailinformationen, die in dem vorliegenden Fall nicht zulässig waren. Einige Beispiele: Ob der Kläger rechtschutzversichert ist sei irrelevant. Auch die Uhrzeit zu der der Unfall geschah sei irrelevant, da der Unfall während der regulären Arbeitszeiten passierte und es keinen Unterschied mache, wäre der Unfall zu einer anderen Uhrzeit während der Arbeitszeit passiert. Ob ein Krankenwagen gerufen wurde und von wem sei ebenso unerheblich, da sich der klägerische Anspruch nicht auf den Transport zum Krankenhaus oder auf dessen Ausbleiben stützt.

Das Gericht schlieβt mit der Bemerkung ab, dass sich viele Anwälte in ihrem Enthusiasmus, jedes mögliche Detail des gegnerischen Vortrags zu hinterfragen, verrennen zu scheinen und es appelliert an die Praktiker sich darauf zu konzentrieren, relevante Dinge ernsthaft zu klären und alles Unnötige und Unerhebliche zu vermeiden.